CO2-Bilanz

Allgemeine Grobstruktur einer CO₂-Bilanz.
Allgemeine Grobstruktur einer CO₂-Bilanz.

Es gibt unterschiedliche Bilanz-Systeme. Somit können die Aussagen und Bewertungen, je nach Perspektive, höchst unterschiedlich sein.

Momentan sind zwei wesentliche CO2-Bilanz-Systeme in der Öffentlichkeit bekannt. Das Produkt-Bezogene und das Statistische.

  1. Produkt-Bezogen (z.B. Product-Carbon-Footprint / PCF)
    Ein Produkt hat während seines Lebenszyklus X Tonnen CO2/CO2e durch Produktion, Transport und Entsorgung usw. emittiert.
  2. Statistisch
    Es werden nur alle Emissions-Werte von CO2/CO2e erfasst und zusammengezählt. Anschließend teilt man das Ergebnis durch die Anzahl z.B. der Bürger und erhält den durchschnittlichen Emissions-Wert.

Allerdings verstehen sich beide Systeme eher als CO2-Emissions-Bilanzen. In diesem Sinne keine umfassende CO2-Bilanz.

Eine umfassende CO2-Bilanz muss als ein Teil einer Treibhausgase-Bilanz gesehen werden. Die CO2-Bilanz betrachtet die Bereiche des Ausstoßes der Emission von CO2auf der Passivaseite (P) und der Reduzierung von CO2auf der Aktivaseite (A) und stellt sie innerhalb eines Zeitraums (z.B.
Kalenderjahr) gegenüber. Innerhalb der CO2-Bilanz muss aber klar sein, wessen Bilanz aufgestellt wird. Dies kann zum Beispiel die persönliche CO2-Bilanz, die Unternehmens-CO2-Bilanz oder die CO2-Bilanz einer Stadt, eines Landes usw. sein. Die Bilanzen bauen sich hierarchisch auf. Vom
Einzelnen, zur Stadt, zum Land, zum Kontinent und zur globalen CO2-Bilanz. Diese CO2-Bilanz muss dann noch um die Bilanzen der anderen Treibhausgase ergänzt und in einer Treibhausgase-Bilanz zusammengefasst werden.

Die Reduzierung von CO2 durch den Wald und die Speicherung dieser in den Holzprodukten (Aktiva) können relativ präzise erfasst werden. Das liegt daran, dass in Deutschland über den Wald genaue Daten über Baumarten, deren Alter, Menge und deren Ernte vorliegen. Verluste durch Brände oder Verkäufe usw. werden ebenfalls erfasst und entsprechend abgebucht. Die Bestimmung der CO2-Reduzierung durch das Holz in den Produkten (z.B. eines Holzhauses) ist noch genauer möglich, weil hier die Menge und Maße auch für andere Bereiche der Be- und Abrechnung zwingend erforderlich sind. Beim Dachstuhl eines Hauses, als Beispiel, sogar in mindestens zweifacher Hinsicht: Die Holzmenge bestimmt den Preis, den der Bauherr bezahlen muss. Die Holzmenge und Art bestimmt aber auch die Statik, also die Vorgaben, damit das Bauwerk auch stehen bleibt. Beides wird unabhängig von einander geprüft.

Die Informationen über die CO2-Emissionen (Passiva) sind dagegen eher grobe Annahmen und basieren meist auf Statistiken und Durchschnittswerten. Um vergleichbar genaue Werte auf der Passivaseite zu bekommen, müsste es präzisere Werte über die tatsächlichen CO2-Emissionen einer Person (z. B. Autokilometer/Jahr/Autotyp, Stromverbauch usw.) geben. Das lässt sich aber
momentan nur überschlägig abschätzen.
Da sich die zukünftigen Klimaschutzgesetze ausschließlich mit der CO2-Emissions-Reduzierung befassen und die CO2-Reduzierung nicht betrachtet werden soll, stellen sich viele Fragen.

Generell wird eine CO2-Bilanz benötigt, die näher an der Wirklichkeit jedes Einzelnen ist.

Nur wenn die Werte auf beiden Seiten gleich sind und sich ohne Ausgleichskonto aufheben, kann von einer Neutralität einer CO2-Neutralität, gesprochen ­werden. Wenn es gelingt eine CO2-Neutralität zu erreichen, wäre das gut, weil man dadurch den weiteren Anstieg der CO2-Konzentration und damit den Klimawandel verlangsamen könnte. Eine Verminderung der CO2-Konzentration, es wird also mehr CO2 reduziert als emittiert, wäre aber zwingend notwendig, um dem Klimawandel ent-gegenzuwirken.